I.33

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1r (1)

Non audet stygius pluto tentare, quod aude[t]
Effrenis monachus plenaque dolis anus

N otandum est quod generaliter omnes dimicatores, sive omnes homines habentes gladium in manibus, etiam ignorantes artem dimicatoriam vtuntur hijs septem custodijs de quo habemus septem versus

Septem [cust]odie sunt sub brach incipiende
Humero dextrali datur alter terna sinistro
Capiti da quartam da dextro latere quintam
Pectori da sextam, postrema sit tibi l[angort]

N otandum quod ars dimicatoria sic describitur Dimicatio est diversarum plagarum ordinatio & diuiditur in septem partes vt hic

Der stygische Pluto wagt nicht zu versuchen, was der ungezügelte Mönch wagt, und die listenreiche Alte.

Es ist zu sehen, wie im allgemeinen alle Fechter, oder alle Menschen die ein Schwert in Händen haben, auch wenn sie unwissend sind über die Fechtkunst, sich folgender sieben Huten bedienen, zu denen wir sieben Verse haben:

Sieben Huten gibt es, unter dem Arm die anfängliche,
der rechten Schulter ist die zweite zugeteilt, die dritte der linken,
dem Kopf gib die vierte, gib der rechten Seite die fünfte,
der Brust gib die sechste, als letzte sei dir der Langort.

Es ist zu sehen, dass die Fechtkunst so beschrieben wird: Fechten ist die Anordnung verschiedener Schläge und ist unterteilt in sieben Teile wie hier.

Der einleitende Vers wurde am oberen Rand der Seite eingefügt und wird (laut Singman/Forgeng) Aenas Sylvius (1405-64; späterer Papst Pius II) zugeschrieben. Offenbar auf anderen unmönchischen Zeitvertreib gemünzt, scheint er hier die Ungewöhnlichkeit von fechtenden Mönchen und Frauen zu bestätigen.

1v (2)

N ota quod tot nucleus artis dimicatorie consistit in illa vltima custodia que nuncupatur langort pretera omnes actus custodiarum siue gladij determinantur in ea i. finem habent & non in alijs Vnde magis considera eam supradi[c]ta prima

Tres sunt que preeunt relique tunc fugiunt
Hec septem partes ducuntur per generales
Oppositum clerus mediumque tenet lutegerus

Merke, dass der ganze Kern der Fechtkunst in dieser letzten Hut besteht, die Langort genannt wird. Dazu werden alle Aktionen der Verteidigung oder des Schwertes in ihr abgeschlossen, d. h. sie enden in ihr und nicht in anderen. Daher bedenke diese obengenannte Hut als erste gut.

Es sind drei, die 'vor' gehen, die übrigen kommen 'nach'.
Diese sieben Teile werden (auch) von den Gemeinen ausgeführt,
(doch) Pfaff Liutger hat Gegenmittel und Methode.

lutegerus: Vermutlich der Name des Fechtmeisters / sacerdos: Liutger. Vgl. Frank Cinato.

Es scheint, die sieben Huten sind in zwei Gruppen eingeteilt, in gerade (2., 4., 6.), die 'vor' gehen und in ungerade (1., 3., 5., 7.), die 'nach' gehen. Vgl. Forum.


2r (3)

(+) N otandum hic continetur prima custodia, videlicet sub [brachio] obsesseo vero halbschilt Et consulo sano consilio quod il[...] sub brachio non ducat aliquam plagam quod probat de al[b]ersleiben, per raciones quia partem superiorem attingere non potest si inferiorem capiti erit perniciosum sed obsessor intrando potest eum invadere quandocumque si obmittit quod tenetur vt infra scriptum est

Versus:
Custodia prima retinet contraria bina
Contrarium primum halpschil langortque secundum
Dum ducitur halpschilt cade sub gladium quoque scutum
Si generalis erit recipit caput sit tibi stichschlach
Si religat calcat contraria si(n)t tibi schiltschlac

N otandum quod qui iacet superius dirigit plagam post [c]apud sine schiltslach si est generalis Si autem uis edoceri consilio sacerdotis tunc religa et calca

Nota quod prima custodia videlicet sub brachium potest obsederi se ipsa ita videlicet quod obsidens cum eadem custodia potest regentem primam custodiam obsidere nichilominus tamen regens custodiam primam econtrario possessorem obsidere potest obsessione quadam que quodammodo concordat cum possessione que vocatur halpshilt differt tamen in eo quod gladius sub brachio* extenditur supra scutum taliter quod manus regens scutum includitur in manu regente gladium

(#1) Es ist zu sehen, hier ist die erste Hut enthalten, nämlich unter dem Arm, dem Versetzer aber der Halbschild. Ich erteile den guten Rat, dass der (mit der Hut) unter dem Arm gar keinen Schlag führe, was der von Alkersleiben empfiehlt, aus dem Grund, dass er den oberen Teil nicht erreichen kann, den unteren Teil (zu erreichen) wäre dem Kopf verderblich. Aber der Versetzer kann ihn angreifend jederzeit erreichen, wenn er es unterlässt dass er zurückgehalten wird, so wie unten geschrieben steht:

Vers: Die erste Hut erhält einen doppelten Konter,
der erste Konter ist der Halbschild, der zweite der Langort.
Wenn Halbschild geführt wird, falle unter Schwert und auch Schild.
Wenn er ein Gemeiner ist, wird er zum Kopf schlagen; dann sei dir der Stichschlag,
wenn er anbindet und voranschreitet, dann sei dir als Konter der Schildschlag.

Es ist zu sehen, dass der, der höher liegt, den Schlag nach dem Kopf zielt, ohne Schildschlag, wenn er ein Gemeiner ist. Wenn du aber den Ratschlag des Priesters befolgen willst, dann binde an und schreite voran.

Beachte, dass die erste Hut, nämlich die unter dem Arm, mit sich selber versetzt werden kann, so nämlich, dass der Versetzer mit derselben Hut, den, der die erste Hut führt, versetzen kann. Nichtsdestoweniger aber kann der, der die erste Hut führt hingegen den Versetzer versetzen mit einem Versatz, der auf eine Art übereinstimmt mit dem Versatz, der Halbschild genannt wird, sich aber darin unterscheidet, dass das Schwert unter dem Arm ausgestreckt wird über den Schild, so dass die Hand, die den Schild führt umschlossen ist von der Hand, die das Schwert führt.

Halbschild: die Zeichnungen sind nicht perspektivisch, aber aufgrund der Bezeichnung vermute ich, dass der Schild in einem 45-Grad-Winkel gehalten wird, so, dass dem Gegner die halbe Schildfläche zugewandt ist; recipit: vgl. Anm. zu fol. 9r

Der etwas unbeholfene Zusatz beschreibt einfach die zu Halbschild analoge Position, bei der der Schild die rechte Seite schützt; vgl. schutzen in fol. 9r.


2v (4)

N otandum quod scolaris [religat hic & calcat] ad hoc ut recipiat schiltslac vt infra Sed caueat de hiis que sunt facienda ex parte sacerdo[tis quia ...] post religationem sacerdos erit prior ad agendum. Notandum est etiam quod scolaris nichil habet aliud facere quam schiltslac vel circumdare sinistra manu brachia sacerdotis videlicet gladium & scutum

Versus: Hic religat calcat scolaris sit sibi schilslach
Siue sinistra manu circumdat brachia cleri

Sacerdos autem tria habet facere videlicet mutuare gladium q vt fiat superior Siue durchtreten vel sinistra dextra manu comprehendere brachia* scolaris i. gladium & scutum

Hec tria sunt cleri durchtrit mutacio gladii
dextra siue manu poterit deprehendere gladium schutum

N ota quod supradictum est invenies hic exempli gestum

Es ist zu sehen, dass der Schüler hier anbindet und vorschreitet, so, dass er zu einem Schildschlag komme, wie unten. Aber er soll aufpassen, was von Seiten des Priesters getan werden kann, denn nach dem Anbinden wird der Priester der erste sein, der handelt. Es ist zu sehen, dass dem Schüler nichts anderes zu tun übrigbleibt, als ein Schildschlag, oder mit der linken Hand die Arme des Priesters zu umfassen, nämlich Schwert und Schild.

Vers: Hier bindet an und schreitet vor der Schüler, ihm sei ein Schildschlag.
Oder mit der linken Hand umfasse er die Arme des Priesters.

Der Priester hingegen hat drei Dinge zu tun, nämlich Wechsel des Schwertes, so dass es höher sei, oder Durchtreten, oder mit der linken rechten Hand die Arme des Schülers zu packen, d. h. Schwert und Schild.

Diese drei Dinge sind für den Priester: Durchtritt, Schwertwechsel,
oder mit der rechten Hand kann er Schwert und Schild ergreifen.

Merke, dass du das oben Gesagte hier findest, ausgeführt im Beispiel.

Seitenwechsel im oberen Bild (die Szene ist plötzlich von der anderen Seite gezeichnet).


3r (5)

(+) N otandum quod prima custodia resumitur hic propter quosdam actus illius primi frusti i. prime custodie de quibus prius actum est sed omnia que ponuntur hic invenies in primo folio vsque ad mutacionem gladii

Dum ducitur halpschilt cade
sub gladium quoque scutum

(#2) Es ist zu sehen, dass hier die erste Hut wieder aufgenommen wird, wegen gewisser Aktionen dieses ersten Abschnitts, d. h. wegen der ersten Hut, von der zuerst gehandelt wurde. Aber alle die Dinge, die hier hingehören, findest du auf der ersten Seite, bis zum Schwertwechsel.

Wenn Halbschild geführt wird, falle unter Schwert und auch Schild.

Der Vers macht etwas Kopfzerbrechen. Scheinbar fasst quoque Schwert und Schild zu einer Einheit zusammen, das sub bezeichnet eine Anbindung von unten (weil aus Halbschild ein Schlag von oben droht). Vgl. diesen swordforum thread (hier zusammengefasst); Dieselbe Situation is auch 8v und 23v dargestellt. Dass kein Anbinden zwischen Schwert und Schild gemeint ist, wird klar auf 11r, wo genau davon abgeraten wird.


3v (6)

Hic fit religatio ex parte scolaris & omnia alia de quibus superi[u]s dictum est vsque infra ad mutationem gladij

Hic eget scolaris bono consilio quomodo possit resiste[re] huic Et est sciendum quod quando ludus ita se habet vt hic tu[nc] debet duci stich sicut generaliter in libro continetur quamuis non sint ymagines de hoc.

N otandum quod sacerdos mutat gladium hic quia fuit inferior nunc vero erit superior demum seorsum ducit gladium post capud adversarij sui quod nuncupatur nucken de quo generatur separatio gladij et scuti scolaris

Vnde versus Clerici sic nucken generales non nulli schutzen

Hier wird angebunden von Seiten des Schülers, und alle anderen Dinge, von denen oben die Rede war, bis unten zum Wechsel des Schwertes.

Hier fehlt dem Schüler guter Rat, wie er diesem widerstehen könnte. Und man muss wissen, dass wenn das Spiel sich so verhält wie hier, dann muss ein Stich geführt werden, wie gewöhnlich im Buch enthalten, obwohl es (hier) davon keine Bilder gibt.

Es ist zu sehen, dass der Priester hier das Schwert wechselt, weil er vorher unten war, nun wird er oben sein. Dann führt er das Schwert gelöst seinem Gegner zum Kopf (d.h. nach oben), was Nucken genannt wird, woraus eine Trennung von Schwert und Schild des Schülers erfolgt.

daher der Vers: so des Mönches Nucken, (wo) die meisten Gemeinen schützen.

Seitenwechsel.


4r (7)

Caveat hic sacerdos ne faciat aliquam moram cum gladio ne generatur ex illa mora actus quidam qui vocatur luctacio sed statim debet reformare ligaturam propter cautionem

(+) H ic resumitur prima custodia cuius custodie obsessio erit valde rara quia nu[llu]s consweuit eam ducere nisi sacerdos vel sui clientuli i. discipuli & nuncupatur illa obse[ssio] krucke & consulo bona fide quod ille qui regit custodiam statim post obsessionem ligat quia non est bonum latitare vel aliquid talium faciat per quod possit salvari vel saltim ducat id quod ipse possessor ducit

S ciendum quod obsessor non debet h[esitare sed] ducat statim stich post obsess[ionem ...] tunc non potest adversarius delibe[rare quod] intendat & hoc diligenter intell[igatur]

Der Priester muss hier aufpassen, dass er mit dem Schwert gar nicht zögere, damit nicht aus diesem Zögern eine gewisse Aktion folge, die "Ringen" genannt wird, sondern er muss aus Vorsicht sofort die Anbindung wiederherstellen.

(#3) Hier wird die erste Hut wieder eingenommen; der Versatz dieser Hut wird sehr selten sein, weil sie niemand anwendet ausser dem Priester oder seinen Klientchen, d. h. Schülern, und dieser Versatz wird Krucke genannt, und ich rate in gutem Vertrauen, dass der, der die Hut ausführt sofort nach dem Versatz anbindet, weil es nicht gut ist, zurückzubleiben, oder dass er irgendwas von den Dingen tut, durch die er gerettet werden kann, oder dass er wenigstens das (selbe) ausführt, was der, der versetzt, ausführt.

Man muss wissen, dass der, der versetzt, nicht zögern darf, sondern er soll sofort nach dem Versatz einen Stich ausführen [...] so kann sein Gegner nicht überlegen, was er vorhat, und das wird eifrig begriffen.


diligenter intell...: die Lehre, dass man nicht zögern dürfe, soll eifrig begriffen werden, oder aber die Geschwindigkeit, mit der der Gegner einen einschätzt wird betont, um diese Anweisung zu unterstreichen.

4v (8)

H ic ligat sacerdos super obsessioenem discipili & inmediate veniunt omnia precedentia que prius habueras licet alias duas ymagines non habueris que subsecuntur vbi recipit gladium & scutum

N ota quod quandocumque ligans & ligatus sunt in lite vt hic tunc ligatus potest fugere quocumque vult si placet & requiritur in omnibus ligaturis sed de hoc debes esse munitus vt vbicumque ligatus sis sequens eum

Ligans ligati contrarij sunt & irati
ligatus fugit ad partes laterum peto sequi

H ic docet sacerdos discipulum su[um quo] modo debet ex hiis superioribus recipere gladium & scutum & sciendum quod sacerdos non potest absolui a tali deprehensione sine amissione gladij & scuti

Hier bindet der Priester über den Versatz des Schülers & unmittelbar kommen alle die vorangehenden Dinge, die du vorher hattest; obwohl, du hattest die anderen zwei Bilder nicht, die folgen, wo er Schwert und Schild ergreift.

Bemerke, dass immer, wenn Binder und Gebundener im Zwist sind wie hier, dann kann der Gebundene fliehen, wohin er auch will, wenn er möchte, und das ist nötig in allen Bindungen. Aber darauf musst du vorbereitet sein, dass wo immer der Gebundene (hin flieht), du sollst ihm folgen.

Binder und Gebundener sind gegnerisch und erzürnt;
der Gebundene flieht zur Seite, ich versuche zu folgen.

Hier lehrt der Priester seinen Schüler, wie er aus(gehend von) diesen obigen Dingen Schwert und Schild ergreifen muss. Und man muss wissen, dass der Priester sich nicht lösen kann von einem solchen Griff, ohne Verlust von Schwert und Schild.

ligans ligati: zu erwarten wäre *ligans ligatusque o. ä. (Verb im Plural). wörtlich müsste man übersetzen "der Binder des Gebundenen - sie sind..." oder "der Binder; die Gebundenen sind..." oder so. Aber ich glaube, ich gebe hier den Sinn des Verses richtig wieder.

fugit ad partes laterum: Gemeint ist ein Ausfallschritt zur Seite (es wird hier also auf die räumliche Tiefe verwiesen, die in den Bildern nicht dargestellt werden kann).


5r (9)

H ic defendit sacerdos quod superius fecit scolaris

(+) H ic resumitur prima custodia sed omnia que requiruntur hic habes in eadem excepta sola obmissione ligacionis quam scolaris obmittit

Hier wehrt der Priester ab, was oben der Schüler gemacht hat.

(#4) Hier wird die erste Hut wieder eingenommen. Aber alles Nötige hast du hier in ihr selber, ausser nur der Unterlassung der Bindung, die der Schüler unterlässt.


5v (10)

H ic obmisit scolaris quod non ligauit prossus sacerdos intrauit & non inmerito quia vbicumque regens custodiam obmittit quod suum est facere obsessor statim debet intrare vt hic

(+) Obsessio vt prius sed ludus variatur

Hier hat der Schüler es unterlassen zu binden; der Priester trat gleich ein und nicht unverdient, denn immer wenn der, der die Hut führt, unterlässt, was er machen sollte, muss der Gegner sofort eintreten, wie hier.

(#5) Versatz wie vorher, aber das Spiel wird variiert.

Seitenwechsel im oberen Bild.


6r (11)

S vperius sacerdos obsedit scolarem hic vero scolaris ducit eundem lu actum quem duxit sacerdos sed obsidentis prius est intrare si sacerdos scolaris obmittit vt infra preterea caueat hic ne alter recipiat capud quod potest

E t hiis superio[ri]bus sacerdos intrat dixi caveat ergo capud

Oben hat der Priester den Schüler versetzt. Hier führt nun der Schüler dieselbe Aktion aus, die vorher der Priester ausgeführt hat. Aber der Versetzer soll zuerst eintreten, falls der Schüler es unterlässt wie unten. Ausserdem passe er auf, dass der andere seinen Kopf nicht erreiche, was er kann.

Und infolge des vorangehenden tritt der Priester ein wie ich oben gesagt habe. Er passe daher auf den Kopf auf.


6v (12)

(+) H ic iterum resumitur prima custodia videlicet sub brachio* que obsedetur cum quodam contrario quod dicitur langort & est generalis obsessio cuius obssessionis contraria sunt ex parte regentis custodiam ligationes sub et supra vnde versus Dum ducitur langort statim liga sub quoque supra Sed superior ligacio semper vtilior erit quam inferior

(#6) Hier wird wieder die erste Hut eingenommen, nämlich unter dem Arm, die mit einem gewissen Konter versetzt wird, der Langort genannt wird. Und es ist ein gewöhnlicher Versatz, und die Konter auf diesen Versatz sind, von Seiten dessen, der die Hut führt, Anbindungen oben und unten, daher der Vers: Wenn Langort geführt wird, binde sofort an, oben oder auch unten. Aber die obere Anbindung wird immer nützlicher sein als die untere.

Der Text bezieht sich nur auf das untere Bild. Hier wird zum ersten Mal "Langort" gezeigt. Langort als Hut wird mit gesenktem Schwert dargestellt (1v, 17v ff.). Aber hier (sowie 14r, 16r) ist Langort ein Versatz und wird mit waagrechtem Schwert geführt. Aber vergleiche den "oberen Langort" in fol. 21r.


7r (13)

H ic erit ludus prioris custodie scilicet ligantis & ligati vnde versus Ligans ligati contrarij sunt & irati ligatus fugit ad partes laterum peto sequi

Johannes Herbart von Wirtzburck

Hier wird das Spiel der vorigen Hut stattfinden, nämlich des Binders und des Gebundenen, daher der Vers: "Binder und Gebundener sind gegnerisch und erzürnt / der Gebundene flieht zur Seite, ich versuche zu folgen".

Johannes Herwart von Würzburg

Seitenwechsel im oberen Bild.


7v (14)

(+) C ustodia prima [&] obsessio generalis vt supra sed variatur ludus in fine frusci

Superior --- Inferior Sed sacerdos ligauit licet sit inferior

(#7) Die erste Hut und Versatz des Gemeinen wie oben, aber das Spiel wird variiert am Ende des Abschnitts.

Oben --- Unten. Aber der Priester hat angebunden, obwohl er unten ist.


8r (15)

Hic fit mutatio gladij inferioris

Hier findet ein Wechsel statt des Schwertes des unteren.


8v (16)

(+) C ustodia prima resumitur hic et obsedetur cum prima possessione videlicet halpschilt et habebis omnia priora

Versus: Dum ducitur halpschilt cade sub gladium quoque scutum

(#8) Die erste Hut wird hier wieder eingenommen und mit dem ersten Versatz versetzt, nämlich Halbschild. Und alles andere wirst du haben wie vorher.

Vers: Wenn Halbschild geführt wird, falle unter Schwert und auch Schild.



dab 2003.