I.33

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17r (33)

(+) H ic sacerdos ducit sextam custodiam que datur pectori & nota quod solum illa fixura est ducenda que ducetur de quita custodia vsque ad proximum signum crucis

H ic sacerdos de ista custodia sexta iam dicta ducit fixuram que fixura etiam de quinta custodia est ducenda

(#20) Hier führt der Priester die sechste Hut, die der Brust zugeteilt ist, und merke, dass einzig dieser Stich zu führen ist, der aus der fünften Hut geführt wird, bis zum nächsten Kreuzzeichen.

Hier führt der Priester aus jener besagten sechsten Hut einen Stich, und ein Stich wird auch aus der fünften Hut geführt.

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17v (34)

H ic scolaris per religacionem resistit & defendit sacerdoti illam fixuram in proximo superius in proximo exemplo per ipsum facto

(+) P ostquam determinatum est de omnibus custodijs supradictis hic determinat de septima custodia que nuncupatur langort & notandum quod quatuor sunt ligaciones que respiciunt illam custodiam videlicet due liguntur de dextra parte relique vero due de sinistra parte sed loquimur hic primo de ligatura s super gladium quod habes totum in custodia prima vsque ad quartum exemplum vbi recipitur gladius & scutum

Hier verteidigt der Schüler mit einer Anbindung und wehrt im nächsten Beispiel den obigen Stich des Priesters dadurch ab.

(#21) Nachdem alle obigen Huten behandelt wurden, wird hier die siebte Hut behandelt, die Langort genannt wird, und es ist zu bemerken, dass es vier Anbindungen gibt, die dieser Hut entsprechen, nämlich zwei von rechts und die anderen beiden von links. Aber hier sprechen wir von der ersten Anbindung über dem Schwert, was du alles in der (Erklärung zur) ersten Hut hast, bis zum vierten Beispiel, wo Schwert und Schild ergriffen werden [fol. 18v].


18r (35)

N otandum quod scolaris prius in exemplo immediate precedenti fecit ligaturam super gladium sacerdotis hic sacerdos appropinquat erigendo gladium & scutum propter proteccionem capitis

H ic scolaris recipit shiltslac & ex contrario plagam infert sacerdoti

Es ist zu sehen, wie der Schüler zuerst - im unmittelbar vorangehenden Beispiel - über dem Schwert des Priesters angebunden hat. Hier nähert sich der Priester, indem er Schwert und Schild zum Schutz des Kopfes anhebt.

Hier kommt der Schüler zum Schildschlag, und aus dem Konter fügt er dem Priester einen Schlag zu.


18v (36)

H ic recipit ligatus i. inferior gladium et scutum superioris.

H ic dereliquit voluntarie scolaris gladium & scutum volens luctare cum sacerdote vt infra.

Hier ergreift der Gebundene, d. h. der untere, Schwert und Schild des oberen.

Hier lässt der Schüler absichtlich Schwert und Schild los, und will mit dem Priester ringen, so wie unten.


19r (37)

S vperius sacerdos deprehensus fuit per scolarem in modum luctationis quod sacerdos hic defendit vt patet per exemplum

(+) H ic resumitur iterum illa custodia vltima que ducetur per scolarem Contrarium vero ducet sacerdos & est vna ligatura de illis quatuor ligaturis videlicet subligacio in sinistra parte vt hic patet per ymagines

Oben war der Priester vom Schüler gepackt und zum Ringkampf [gezwungen], was der Priester so wie im Beispiel gezeigt verhindert.

(#22) Hier wird wieder dieselbe letzte [siebte] Hut eingenommen, die vom Schüler geführt wird. Der Priester kontert, und es ist eine von jenen vier Anbindungen, nämlich Unter-Anbindung von links, wie in den Bildern gezeigt.


19v (38)

P ostquam superius exemplo proximo subligatum est per sacerdotem scolaris vero recipit capud sacerdotis quia fuit superior gladius suus & nota quod quandocunque subligatur capud debet teneri in custodia ne percutiatur vt hic vnde versus Dum subligaueris caueas ne decipieris Dum subligatur capud ligantis recipiatur

S vperius scolaris duxit plagam percutiens capud sacerdotis quod sacerdos hic defendit quia ducit contrarium vt patet per exemplum

Nach dem obigen wird im folgenden Beispiel vom Priester von unten angebunden, aber der Schüler erreicht den Kopf des Priesters weil sein Schwert höher war. Und merke, wenn immer von unten angebunden wird, muss man auf den Kopf aufpassen, damit er nicht getroffen wird wie hier. Daher der Vers: "Wenn du von unten anbindest, pass auf, dass du nicht getäuscht wirst / wenn von unten angebunden wird, kann der Kopf des Anbindenden getroffen werden".

Oben führt der Schüler einen Schlag aus und trifft den Kopf des Priesters, was der Priester hier abwehrt indem er kontert, wie im Beispiel gezeigt.


20r (39)

(+) H ic iterum ducitur vltima custodia que nuncupatur langort quam in hoc loco regit sacerdos scolaris vero de hijs quatuor ligacionibus ducit vnam videlicet super gladium vt patet hic per exemplum

P ostquam superius ligatum est super gladium sacerdotis vt supra visum est hice vero sacerdos defendit per illum actum qui vocatur sthich vt patet hic

(#23) Hier wird wieder die letzte [siebente] Hut geführt, die Langort genannt wird, und die hier der Priester ausführt. Der Schüler aber macht eine von den vier Anbindungen, nämlich über dem Schwert, wie hier im Beispiel gezeigt.

Nachdem oben über dem Schwert des Priesters angebunden wurde, kann man hier wie oben sehen, wie der Priester abwehrt mit der Aktion, die Stich genannt wird, wie hier gezeigt.


20v (40)

(+) H ic vltima custodia videlicet Langort ducitur hic per scolarem super quam custodiam ligat sacerdos de illis quatuor ligacionibus vnam videlicat super gladium in dextris & nota quod quandocumque ligatum est ex parte ligantis ligatus potest fugere quocumque vult aut in sinistris aut in dextris vnde diligenter videas si fugere incipiat dum sequaris vnde versus ligatus fugit ad partes laterum peto sequi

E x illa ligatura superius tacta que ducta est per sacerdotem scolaris fugit vt supra dictum est vt patet hic quia fugit sub brachio quod immediate sequitur sacerdos percutiendo capud vt hic

(#24) Hier wird die letzte Hut geführt, nämlich Langort, und zwar vom Schüler. Über dieser Hut bindet der Priester an mit einer jener vier Anbindungen, nämlich über dem Schwert und rechts. Und merke, dass wenn immer angebunden wird, der Gebundene vom Bindeneden weg fliehen kann, wohin er will, nach links oder nach rechts, woraus du geflissentlich ersehen kannst, dass, wenn einer zu fliehen beginnt, du ihm folgen kannst. Daher der Vers: "Der Gebundene flieht zur Seite, ich versuche zu folgen".

Aus dieser oben behandelten Anbindung, die vom Priester geführt wurde, flieht der Schüler wie oben gesagt, und wie hier gezeigt: Weil er unter den Arm flieht, folgt sofort der Priester und trifft seinen Kopf, wie hier.


21r (41)

(+) N ota quod hic est alia custodia videlicet superior Langort que ducitur hic per sacerdotem suis scolaribus in exemplum iubendo scolarem suum ducere illum actum videlicet ponendo se ad eum vt patet hic per exemplum

H ic sacerdos religat defendendo atque contradicendo scolari & erit vna ligacio de illis quatuor ligacionibus videlicet super gladium in dextris quod habes superius totum in alijs supradictis

(#25) Merke, dass dies eine andere Hut ist, nämlich ein oberer Langort, der hier vom Priester geführt wird, als Beispiel für seine Schüler, und er instruiert seinen Schüler, dass er diese Aktion ausführe, nämlich sich zu ihm zu plazieren [anzubinden], wie hier im Beispiel gezeigt.

Hier bindet der Priester an, um den Schüler abzuwehren und ihm zu entgegnen. Und es wird eine von jenen vier Anbindungen sein, nämlich rechts über dem Schwert, wie du es oben gehabt hast mit allem, was oben gesagt wurde.

"oberer Langort": zu den versch. Formen des Langort vgl. Anm. zu fol. 6v


21v (42)

P ostquam superius religatum est per sacerdotem hic scolaris querit alias vias percutiendi sacerdotem & notandum quod cum credit se sacerdos posse ligare scolaris interim percutit brachia ipsius sacerdotis supradicti Nota hic etiam quod non solum percutuntur brachia sed vis istius actus siue plage consistit in fixura que potest hic duci

H ic sacerdos sentiens brachia sua esse lesa volens ducere plagam trahendo se seorsum demum scolaris sequitur vt hic & cetera

Nachdem oben vom Priester angebunden wurde, will hier der Schüler auf andere Weise den Priester treffen. Und es ist zu sehen, dass, weil der Priester denkt, er könne anbinden, der Schüler dabei die Arme des besagten Priesters trifft. Merke auch, dass nicht nur die Arme getroffen werden, sondern die Macht dieses Schlags liegt im Stich, der hier [ausserdem noch] ausgeführt werden kann.

Hier merkt der Priester, dass seine Arme gefährdet sind, und zieht sich zurück und will einen Schlag ausführen, aber der Schüler folgt, so wie hier usw.


22r (43)

(+) H ic ducetur quedam custodia generalis que nuncupatur vidilpoge quam regit sacerdos scolaris vero contrariando sic ponendo se ad ipsum vt patet hic per ymagines

P ostquam scolaris posuit gladium suum super brachium sacerdotis quod habetur etiam pro ligatura vt patet superius hic sacerdos vertit manum que regit scutum recipitque gladium ipsius scolaris vt in hoc exemplo

(#26) Hier wird eine gewöhnliche Hut geführt, die Fiedelbogen genannt wird; der Priester führt sie. Der Schüler kontert so, sich ihm so gegenüberstellend, wie in den Bildern gezeigt.

Nachher plazierte der Schüler sein Schwert auf den Arm des Priesters, was auch als Anbindung gilt, wie oben gezeigt; hier dreht der Priester die Hand, die den Schild führt und ergreift das Schwert seines Schülers, wie in diesem Beispiel.


22v (44)

(+) H ic iterum resumitur illa custodia videlicet vidilpoge & ducitur per sacerdotem scolaris ducit hic idem vt supra

H ic religat sacerdos vt supra

(#27) Hier wird wieder dieselbe Hut eingenommen, nämlich der Fiedelbogen, und zwar vom Priester; der Schüler führt dasselbe aus wie oben.

Hier bindet der Priester an wie vorher.


23r (45)

E x illa ligatura sacerdos recipit schiltslac vt supra sepius tactum est ex ligaturis supradictis

(+) N ota quod iterum hic resumitur vltima custodia videlicat Langort circa quod notandum est quod illa fixura ducetur hic mediante qua regens custodiam fingitum super ventrem siue penetratur gladio & nota quod non est plus depictum de illo frusco quam ille due ymagines quod fuit vicium pictoris

Aus dieser Anbindung kommt der Priester zu einem Schildschlag, wie oben oft behandelt wurde aus den obenerwähnten Anbindungen.

(#28) Merke, dass hier wieder die letzte Hut wiederaufgenommen wird, nämlich Langort. Diesbezüglich muss man bemerken, dass ein Stich ausgeführt wird, mittels dessen der, der die Hut führt in den Bauch gestochen wird, bzw. vom Schwert aufgespiesst wird. Und merke, dass von diesem Abschnitt nicht mehr abgebildet ist, als diese zwei Bilder, was der Fehler des Zeichners ist.

fingitur für figitur (zu fixura)?; fuit vicium pictoris: Hinweis, dass Zeichner und Texter zwei Personen sind. Möglicherweise ist der Texter aber mit dem abgebildeten Fechtlehrer identisch?


23v (46)

(+) H ic ducit sacerdos suam custodiam specificatam videlicet Langort que opsedetur per scolarem cuius opsessio erit halpschilt vt patet hic per exemplum

H ic ponit se sacerdos sub gladium scolaris quod sepius prius tactum est unde Versus Dum ducitur halpschilt cade sub gladium quoque scutum

(#29) Hier führt der Priester seine Spezial-Hut aus, nämlich ein Langort, die vom Schüler versetzt wird, [und] ihr Versatz wird Halbschild sein, wie hier im Beispiel gezeigt.

Hier positioniert sich der Priester unter das Schwert des Schülers, wie vorher schon oft behandelt wurde; daher der Vers: "Wenn Halbschild geführt wird, falle unter Schwert und auch Schild".

"Spezial-Langort" (vgl. Forum): gemeint ist wahrscheinlich ein nach aussen gedrehtes Handgelenk. Die Hut kombiniert die Möglichkeiten der unteren und oberen Huten. Bezeichnung als "Langort" ev. wegen der ähnlich 'zentralen' Stellung zwischen den anderen Huten(?).

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24r (47)

P ostquam sacerdos superius posuit se ad scolarem hic scolaris religat & calcat volens facere quod subsequitur & quia multas formas superius habetis vnde non est necesse plura ponere exempla vnde versus Ligans ligati & cetera

N ota quod ex illa religacione ex parte scolaris ducetur vtilis plaga videlicet faciendo separacionem gladij & scuti sacerdotis necnon intrando vt p quod nusquam plus in libro scriptum est vt patet hic per exemplum

Nachdem sich der Priester oben zum Schüler positioniert hatte, bindet hier der Schüler an und schreitet vor, weil er vorhat, was darauf folgt, und weil ihr [diese] vielen Formen oben schon oft hattet, ist es jetzt nicht nötig, noch mehr Beispiele zu geben, und daher der Vers "Der Binder und der Gebundene usw."

Merke, dass aus dieser Anbindung von Seiten des Schülers ein nützlicher Schlag ausgeführt wird, nämlich die Trennung von Schwert und Schild des Priesters, und Eintreten (aber davon wird in diesem Buch nichts mehr geschrieben), wie hier im Beispiel gezeigt.


24v (48)

(+) H ic iterum resumitur specificata custodia sacerdotis que nuncupatur Langort vt superius visum est deinde scolaris obsedit eum vt supra quod est halpschilt sed alia exempla subsecuntur vt patet infra

H ic sacerdos ponit se ad scolarem vt sepius prius visum est

(#30) Hier wird wieder die Spezial-Hut des Priesters eingenommen, die Langort genannt wird, wie oben gesehen, und wieder versetzt sie der Schüler mit Halbschild, wie oben, aber es folgen darauf andere Beispiele, wie unten gezeigt.

Hier positioniert sich der Priester zum Schüler, wie schon vorher oft gesehen.

Seitenwechsel im unteren Bild.



dab 2003.